Das größte Kunstwerk, das die Welt je gesehen hat« – mit diesen Worten beschrieb Carl Friedrich Zelter 1811 die h-Moll-Messe von Johann Sebastian Bach. Bachs einzige Vertonung des vollständigen lateinischen Messtextes ist sein letztes großes Vokalwerk und zugleich eine Summe seines Schaffens.
Die ältesten Teile der Messe stammen aus dem Jahr 1733; ihre endgültige Gestalt erhielt sie erst in Bachs letzten beiden Lebensjahren. In ihr verbinden sich italienische Konzertkunst, französische Eleganz und deutsche Gelehrsamkeit. Haydn und Mozart zählten zu ihren Bewunderern; seit der Wiederentdeckung Bachs im 19. Jahrhundert hat die h-Moll-Messe das Bild des Komponisten für jede neue Generation geprägt. Von der eindringlichen Anrufung des Kyrie über den festlichen Glanz des Gloria bis zur Friedensbitte Dona nobis pacem entfaltet sich ein Werk von großer Vielfalt und Ausdruckskraft.
Die Evangelische Stadtkantorei hat die h-Moll-Messe in ihrer Geschichte bislang fünfmal aufgeführt, zuletzt vor 13 Jahren.