Jubiläumskonzert

Beethovens Missa solemnis mit der Evangelischen Stadtkantorei Bremerhaven

Ein rundes Jubiläum erfordert ein besonderes Konzert: Am 16. April 2023 wagte sich die Evangelische Stadtkantorei erstmals in ihrer Geschichte an Beethovens Missa solemnis. Soweit es sich rechererchieren lässt, handelte es sich zugleich um die Bremerhavener Erstaufführung dieses monumentalen Spätwerks!

Sonntag, den 16. April, 18.00 Uhr
Christuskirche Bremerhaven, Schillerstraße 1

60 JAHRE EVANGELISCHE STADTKANTOREI BREMERHAVEN
Ludwig van Beethoven: Missa solemnis

Sopran: Sibylle Fischer
Alt: Verena Tönjes
Tenor: Mirko Ludwig
Bass: Timothy Sharp
Evangelische Stadtkantorei Bremerhaven
Bremerhavener Kammerchor
Philharmonisches Orchester Bremerhaven
Leitung: Eva Schad

Plakat

Ankündigung (NZ vom 23.03.2023)

Kritik (NZ vom 09.04.2023)

Dieses Projekt wird im Rahmen des bundes­weiten Programms NEUSTART AMATEURMUSIK gefördert.
01-Neustart_Amateurmusik.png    02-BMCO.gif    03-BKM.gif    04-Neustart_Kultur.gif

Wie kam es zu diesem »grössten Werk, welches ich bisher geschrieben«? Der Anlass war die für März 1820 geplante Inthronisierung von Beethovens Freund und Schüler Erzherzog Rudolph von Habsburg zum Erzbischof von Ölmütz. Man darf Beethovens Wort von Anfang 1819 wohl ernst nehmen: »Der Tag, wo ein Hochamt von mir zu den Feyer­lichkeiten Ihro Kaiserliche Hoheit soll aufgeführt werden, wird für mich der schönste meines Lebens seyn, und Gott wird mich erleuchten, daß meine schwachen Kräfte zur Verherrlichung dieses Feyerlichen Tages beytragen.« Der Hinweis auf die »schwachen Kräfte« war nahe­liegend. Beethoven litt unter seiner Taubheit und zog sich immer weiter in sein Innen­leben zurück. Ins Tagebuch schrieb er: »Gott,Gott, mein Hort, mein Fels, du siehst mein Inneres! O höre, stets Unaussprechlicher, höre mich – deinen unglücklichen, unglücklichsten aller Sterblichen!« Er machte sich chronologisch an die Arbeit und stellte noch 1819 die ersten zwei Sätze fertig. Doch schnell wurde deutlich, dass die gesamte Messe niemals zur Inthronisierung komplett sein würde. Es dauerte gar bis 1823, bis er auch das Credo, das Sanctus/Benedictus und das abschließende Agnus Dei zu Papier gebracht hatte. Die Uraufführung der Missa solemnis fand erst 1824 in St. Petersburg statt.

Die Missa solemnis bezeichnete Beethoven mehrfach als sein größtes Werk, welches »von Herzen« kommend die Menschen berühren und bewegen sollte. Die über­lieferten Quellen lassen erkennen, wie intensiv und lange sich Beethoven mit der Komposition beschäftigte, um dem Text einen adäquaten Ausdruck zu verleihen. In ihrem Umfang und musikalischen Anspruch reicht die Missa solemnis weit über das liturgisch Übliche hinaus, die Urauf­führung fand nicht ohne Grund in einem Konzert­saal statt. Der Chor übernimmt in dem Werk eine zentrale Rolle und hat dabei Partien von hohem Anspruch zu bewältigen.