Leipzig 2011

Leipzig 2011 Heilig-Kreuz
Heilig-Kreuz-Kirche

Kurz nach der Teilung Deutschlands in die Deutsche Demokratische Republik (DDR) und die Bundesrepublik Deutschland im Jahre 1948 wurde jeder Gemeinde eine Partnergemeinde auf der anderen Seite der Mauer zugeteilt. Die meisten Bande hielten nicht allzu lange, doch die Verbindung zwischen der Christuskirche Bremerhaven und der Heilig-Kreuz-Kirche in Leipzig ist seit über sechzig Jahren intakt und wird durch regelmäßige Besuche aufrecht erhalten.

Vom 20. bis 22. Mai 2011 waren Mitglieder der Christuskirchengemeinde Bremerhaven zu Gast in Leipzig, und auch der Jugendchor II der Christuskirche war mit von der Partie. Schon der Beginn der Reise versprach ein Highlight zu werden: Wie oft wird man schon mit einem Reisebus von der Schule abgeholt? Trotz einigen wenigen Staus kam die Reisegruppe doch recht pünktlich in Leipzig an. Während die übrigen Gäste noch ein Stück weiter zu ihren Gastgebern fuhren, ging es für den Chor ins Hostel, da es für uns Jugendliche wahrscheinlich die bessere Lösung war, alle zusammen in einem Haus untergebracht zu sein.

Für den nächsten Vormittag lautete das Motto erst einmal: Kultur schnuppern. Während die Mitglieder der Christuskirchengemeinde mit ihren Gastgebern das nahe gelegene Halle erkundigten, besuchte der Chor das ›Stasi-Museum‹, dessen Schwerpunkt vor allem auf den Taktiken zur Kontrolle und Überwachung der DDR lag. Wenn man sich erst einmal mit der Strenge, die in Ostdeutschland herrschte, befasste, erscheint es wie ein Wunder, dass die Partnerschaft zwischen den Kirchen diese Zeit überdauern konnte.

Angefangen hatte es mit dem Verschicken von Weihnachtsgeschenken an Mitglieder der jeweils anderen Gemeinde. Irgendwann besuchten die ersten Bremerhavener die Heilig-Kreuz-Kirche in Leipzig und halfen beispielsweise, die Krypta auszubauen und aus ihr ein Versammlungsort für die Gemeindemitglieder zu machen. Seit dem Mauerfall können auch die Leipziger ihre Partnergemeinde in Bremerhaven besuchen. »Der Grund dafür, dass die Verbindung zwischen den Gemeinden nicht eingeschlafen ist, ist, dass es immer Leute gab, die den Kontakt unbedingt wollten und sich dafür eingesetzt haben«, sagte einer der Bremerhavener, der regelmäßig zu Gast in Leipzig oder Gastgeber in Bremerhaven ist.

Nach dem kleinen Ausflug in die Geschichte ging es weiter zum Denkmal des Komponisten Johann Sebastian Bach und zur Thomaskirche, in der ein Mittagskonzert mit den berühmten Thomanern stattfand, das wunderschön anzuhören war. Dieser Meinung war auch unsere Chorleiterin Eva Schad. Die Worte »Singt die Schwelltöne so schön wie die Thomaner!« werden wir wohl in einem Jahr noch zu hören kriegen!

Abends gab der Chor selbst ein Konzert in der Heilig-Kreuz-Kirche, bei dem wir uns recht gut schlugen. Mit den Thomanern kann man es jedoch nicht aufnehmen. Am Sonntagmorgen schließlich gestaltete der Jugendchor zur Freude aller auch den Gottesdienst der Partnergemeinde musikalisch. Nach einer gemeinsamen Stärkung mit Live-Jazz-Untermalung hieß es dann Abschied nehmen, denn der Weg von Leipzig nach Bremerhaven ist auch heute noch weit. Trotz der Entfernung wird die Verbindung zwischen den beiden Gemeinden hoffentlich noch lange halten! 

Annika Heyen

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