Der argentinische Komponist Martín Palmeri legt mit diesem Werk eine ausführliche Magnificat-Vertonung der besonderen Art vor: Mit Bandoneón und Klavier, dazu ein Streichorchester zum gemischten Chor beeindruckt es durch südamerikanischen Sound neben klassischen und traditionellen Elementen. Die christliche Tradition erscheint hier durch die Ausdrucksformen der regionalen Kulturen vermittelt.
Martín Palmeri hat sich der Verbindung von Tango und Chormusik verschrieben. Er steht in der Tradition des Tango nuevo, wie er uns auch von Piazolla bekannt ist. Die Besonderheit von Palmeris Ansatz liegt in dem Widerspruch, eine chorische Musik in einem Stil zu schreiben, der normalerweise einzig eine individuell-persönliche Gesangsweise kennt. Nicht nur der Klang des Bandoneons sorgt für Tango-Typisches, sondern auch die Vorliebe für Moll, rhythmische Begleitformen wie diejenigen aus Habanera und Milonga und harte Akzentuierungen. Obwohl aus dem Tanz kommend, ist der neuere Tango eine Darbietungsmusik, die in Konzertsälen und Theatern weltweit erklingt. Dass Palmeri jedoch auch Kirchen als Aufführungsort für Tango ausmacht, ist neu.